Deine Serie im Urlaub: In 30 Ländern einfach wie zu Hause
Der Tag war lang, das Meer war warm, und jetzt liegst du auf dem Bett im Hotelzimmer und willst genau eine Sache: deine Serie im Urlaub weiterschauen — die Folge, die zu Hause seit Tagen wartet.
Du zahlst dafür. Jeden Monat. Und trotzdem steht da plötzlich: „In diesem Land nicht verfügbar.“
Das Ärgerliche daran ist nicht die Sperre. Es ist, dass niemand einem vorher sagt, wann sie kommt — und wann nicht.
In der EU läuft dein Abo weiter
Die gute Nachricht zuerst, weil sie die meisten Urlaube betrifft: Innerhalb der Europäischen Union nimmst du dein Abo mit.
Seit dem 1. April 2018 gilt die sogenannte Portabilitätsverordnung. Sie verpflichtet Anbieter kostenpflichtiger Streamingdienste, dir dieselben Inhalte auch dann zugänglich zu machen, wenn du dich vorübergehend in einem anderen EU-Land aufhältst.
Auf Mallorca, in Italien, in Kroatien oder Griechenland läuft deine Serie im Urlaub einfach weiter.Wer dir für den Spanien-Urlaub ein VPN verkaufen will, verkauft dir etwas, das du nicht brauchst.
Außerhalb wird es kompliziert
Sobald du die EU verlässt, greift die Verordnung nicht mehr. Ob du deine Serie im Urlaub sehen kannst, hängt dann vom Reiseziel ab. Zwei Dinge können passieren:
Entweder du siehst einen anderen Katalog. Dieselbe App, dasselbe Konto — aber die Serie, die du angefangen hast, ist nicht dabei. Stattdessen läuft dort, was der Anbieter für dieses Land lizenziert hat.
Oder du siehst gar nichts. Manche Inhalte werden ganz gesperrt.
Die Grenze verläuft dabei nicht dort, wo die meisten sie vermuten:
| Dein Abo läuft weiter | Dein Abo ist eingeschränkt |
|---|---|
| Alle EU-Länder | Großbritannien |
| Norwegen, Island, Liechtenstein | Schweiz |
| Türkei, Ägypten, Thailand, USA |
Norwegen, Island und Liechtenstein gehören zum Europäischen Wirtschaftsraum — dort gilt die Verordnung seit dem 1. August 2019. Großbritannien ist seit dem Brexit draußen, die Schweiz war nie dabei. Genau diese beiden sind die Überraschung — wer nach London oder Zürich fährt, rechnet nicht damit.
Warum das so ist
Nicht aus Bosheit, sondern wegen der Lizenzen.
Ein Streamingdienst kauft die Rechte an einer Serie pro Land. Für Deutschland kann sie bei einem Anbieter liegen, für Thailand bei einem anderen oder bei gar keinem. Der Dienst darf sie dir dort schlicht nicht zeigen.
Woran erkennt die App, wo du bist? An deiner IP-Adresse — der Nummer, die dein Gerät im Netz bekommt. Sie verrät das Land, in dem du gerade online bist.
Gesperrt wird also nicht dein Konto. Gesperrt wird dein Standort.
Was wirklich hilft — und was nicht
Vorher herunterladen. Der einfachste Weg, und der, den kaum jemand nutzt: Fast alle Dienste erlauben es, Folgen offline zu speichern. Wer vor dem Abflug im heimischen WLAN vier Folgen lädt, hat seine Serie im Urlaub dabei — ganz ohne Verbindung. Das kostet nichts und funktioniert immer.
Ein VPN. Es leitet deine Verbindung über einen Server in einem anderen Land und ersetzt dabei deine IP-Adresse. Für die App sieht es dann so aus, als säßest du zu Hause — und deine Serie im Urlaub läuft wie gewohnt.
Dabei drei Dinge, die dir sonst niemand sagt:
- Es funktioniert nicht immer. Streamingdienste erkennen und sperren bekannte VPN-Server. Was gestern lief, kann morgen blockiert sein.
- Es steht meist in den Nutzungsbedingungen. Die meisten Anbieter untersagen das Umgehen von Ländersperren. Praktische Folgen hat das selten, aber du solltest es wissen, bevor es dir jemand als völlig unproblematisch verkauft.
- Es hilft nicht bei allem. Wenn dein Konto selbst auf ein Land festgelegt ist, ändert eine andere IP-Adresse daran nichts.
Was nicht hilft: Cookies löschen, den privaten Modus, ein anderer Browser. Die Sperre hängt an der IP-Adresse, nicht an deinem Verlauf.
Was eigentlich fehlt
Am Ende ist es eine einfache Sache. Du hast bezahlt. Du willst deine Serie im Urlaub genauso sehen wie zu Hause.
Was fehlt, ist ein Schalter, der deinem Abo sagt: Ich bin zu Hause.
Genau das ist die Aufgabe eines VPN — und der einzige Grund, aus dem du für diesen Fall eines brauchst. Für den Urlaub in Portugal brauchst du keines. Für Bangkok schon. Vier weitere Fälle, in denen sich ein VPN lohnt – und die, in denen nicht: Wann du wirklich ein VPN brauchst.
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