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Kinder sicher im Internet: Infoblatt in der Hand am Küchentisch nach einem Eltern-Onlineabend der Polizei NRW

4 Dinge, die Polizei NRW Eltern zur Online-Sicherheit ihrer Kinder empfiehlt

Kinder sicher im Internet zu begleiten klingt nach einer großen Aufgabe — dabei geben ausgerechnet die Stellen, die täglich mit dem Ernstfall zu tun haben, überraschend klare und nüchterne Antworten. „Was mache ich, wenn mein Kind online auf etwas Falsches stößt?“ Diese Frage stellen sich die meisten Eltern nicht vorher — sondern genau in dem Moment, in dem es schon passiert ist. Und dann ist guter Rat online erstaunlich schwer zu finden: zwischen Verkaufsseiten, die Angst schüren, und Foren, die ein schlechtes Gewissen machen, steht selten die Stelle, die es eigentlich am besten wissen müsste — die Polizei.

Dabei ist genau die in NRW deutlich aktiver, als viele Eltern wissen. Die Polizei Köln lädt regelmäßig zu Onlineabenden ein, bei denen Kriminalhauptkommissar:innen live aus dem „Digitalen Beratungs- und Präventionszentrum der Polizei NRW“ Fragen beantworten. Beim letzten Onlineabend ging es um sexualisierte Inhalte im Netz — von Cybergrooming in Chat-Apps bis zu KI-generierten Bildern —, im Gespräch mit Expertinnen aus Polizei, Staatsanwaltschaft und dem BSI. Dazu kommen Schulbesuche, bei denen Cybercrime-Ermittler schon mit Viertklässlern über den Umgang mit dem ersten eigenen Handy sprechen.

Das Landeskriminalamt NRW bündelt die Themen dieser Arbeit auf einem eigenen Portal für Kinder, Jugendliche und Eltern: Cybergrooming, Sexting, Sextortion, Cybermobbing, gefälschte Kettenbrief-Profile wie „Momo“ — dazu Hilfsangebote wie ein eigenes Hinweistelefon und die „Nummer gegen Kummer“.

Vier Empfehlungen ziehen sich durch praktisch alle diese Angebote — egal, welches Gerät oder welche App gerade aktuell ist.

1 · Sprich mit deinem Kind, bevor du filterst

Technik kommt in jeder offiziellen Empfehlung nach dem Gespräch, nicht davor. Regelmäßig fragen, welche Apps und Websites gerade genutzt werden, warum persönliche Daten geheim bleiben, was im Chat eines Spiels passiert — das baut mehr Schutz auf als jede Einstellung allein. Wer nur filtert, ohne zu reden, verpasst den Moment, in dem das Kind von selbst erzählen würde, wenn etwas Unangenehmes passiert ist.

2 · Passe die Regeln an das Alter an, nicht an dein schlechtes Gewissen

Die NRW-Empfehlungen unterscheiden bewusst nach Entwicklungsstand: bis 6 Jahre beaufsichtigte Nutzung, 7 bis 12 Jahre begleitete Nutzung mit Zeitlimits, ab 13 Jahren zunehmend eigenständige Medienkompetenz plus gezielte Aufklärung über Cybergrooming. Eine Regel, die mit 9 richtig war, ist mit 14 oft nur noch ein Grund für Streit — die Regel muss mitwachsen, nicht das Kind sich ihr unterordnen.

3 · Aktiviere zuerst, was dein Gerät schon kann

Bevor eine zusätzliche App zur Debatte steht: Die meisten Betriebssysteme, App-Stores und Videoportale haben eingebaute Jugendschutzfunktionen, die oft ungenutzt bleiben. Dazu gehört auch, Social-Media-Profile auf privat zu stellen. Das kostet nichts, ist in Minuten erledigt und deckt schon einen Teil der Risiken ab, über die sonst diskutiert wird.

4 · Kenn die Begriffe, bevor der Ernstfall eintritt

Cybergrooming (Erwachsene bauen gezielt Vertrauen zu Kindern in Chats auf), Sextortion (Erpressung mit kompromittierenden Bildern) und Cybermobbing lassen sich alle drei leichter erkennen, wenn man weiß, wie sie anfangen — nicht erst, wenn sie schon eskaliert sind. Für den Ernstfall gibt es niedrigschwellige Anlaufstellen: das Hinweistelefon des LKA NRW (0800 0431 431) und die „Nummer gegen Kummer“ für Kinder, Jugendliche und Eltern — anonym und kostenlos.

Damit wird klar, was Kinder sicher im Internet zu machen in der Praxis wirklich bedeutet: kein einzelnes Tool und keine einmalige Einstellung, sondern diese vier Gewohnheiten, die mit dem Kind mitwachsen und mit jedem neuen Gerät wieder greifen.

Eine Sache fällt auf

Keine dieser vier Empfehlungen nennt eine bestimmte App oder ein bestimmtes Gerät. Die Polizei empfiehlt ein Verhalten, keine Kaufentscheidung. Das deckt sich mit dem, was wir in unserem Artikel über Kindersicherungs-Apps schon geschrieben haben: Technik schafft den Rahmen, aber sie ersetzt nicht das Gespräch — sie macht es nur leichter zu führen. Genau darum geht es am Ende: Kinder sicher im Internet zu begleiten, ohne aus jedem Tag eine Kontrolle zu machen.


EmKa Digital erklärt solche Dinge in kurzen Clips — ohne Fachchinesisch und ohne dir etwas zu verkaufen, das du nicht brauchst. Auf TikTok und Instagram unter @datenigel.

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